25 Januar 2013

Ich bin auf der Welt zu allein, und doch nicht allein genug...

 
Ich bin auf der Welt zu allein und doch nicht allein genug,
um jede Stunde zu weihn.  

Ich bin auf der Welt zu gering und doch nicht klein genug,
um vor dir zu sein wie ein Ding, dunkel und klug.

Ich will meinen Willen und will meinen Willen begleiten die Wege zur Tat;
und will in stillen, irgendwie zögernden Zeiten, wenn etwas naht,
unter den Wissenden sein oder allein.

Ich will dich immer spiegeln in ganzer Gestalt
und will niemals blind sein oder zu alt,
um dein schweres schwankendes Bild zu halten.

Ich will mich entfalten.  
Nirgends will ich gebogen bleiben,
denn dort bin ich gelogen, wo ich gebogen bin.

Und ich will meinen Sinn wahr vor dir.

Ich will mich beschreiben wie ein Bild, das ich sah lange und nah,
wie ein Wort, das ich begriff,
wie meinen täglichen Krug,
wie meiner Mutter Gesicht,
wie ein Schiff, das mich trug
durch den tödlichsten Sturm.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

wOrds...

was wäre die welt ohne worte?
ganz gleich ob
geschrieben,
gesprochen,
gesungen
oder in bilderrahmen als kunst verewigt
 worte 
haben diese magische fähigkeit,
uns menschen
zu fangen,
uns einzulullen,
uns glauben zu machen, das auch wir zu worten werden,
wort sind...
für eine zeit.

11 Juli 2012

metamOrphOse

laut meiner uhr ist es genau einen monat her, seit ich meine "freiheit" wieder erlangt habe.

so ein studentenleben ist schön, ohne zweifel und ich misse keine sekunde. aber die prüfungsphase ist wie der weg durch den geburtskanal - ungemütlich, anstrengend, nass und feucht. und man möchte es bitte nicht nochmal durchmachen müssen!

von daher: post-uni-life, ich komme!
als ethnologin, kulturwissenschaftlerin aus überzeugung - und journalistin aus leidenschaft liegt mir die welt zu füßen!

die sinne sind geschärft, die augen auf, der stift gespitzt, der fingerspitzen vorgewärmpt. und auch die kamera baumelt frühlich wie ein klotz.  
welt, ich komme. 


einem schmetterling gleich 
im kokon
vergingen die jahre.

doch jetzt fühle ich sie,
die flügel die mir wuchsen.

ganz fein sind sie,
und noch zerbrechlich.
-
 die metamorphose ist im werden,
vorbei die raupenzeit,
 ich fliege los ...